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Die Luft ist raus
Foto: iStock.com/Zinkevych

Luft
Die Luft ist raus

Wer diesen Satz schon einmal gehört, selbst gedacht oder gar erlebt hat, weiß, dass sich hinter diesen vier Worten ganze Gebirge an Lebensrealitäten verbergen können.

Günther Maurer
Seelsorger und Gesundheitsberater

Hochzeit in Rumänien
Ein wahrhaft eindrückliches Erlebnis von «die Luft ist raus» hatte ich vor Jahren anlässlich einer Hochzeit in Rumänien. Die kirchliche Trauung war vorbei und als Pastor wurde ich auf der Fahrt zum Hochzeitsfest von Freunden des Brautpaares in deren Wagen mitgenommen. Der vergangene Winter hatte die kleine Landstraße mit zahlreichen Schlaglöchern hinterlassen und die rasante Aufholjagd, die der Fahrer meines Wagens veranstaltete, um schnellstmöglich zum Konvoi der vorausfahrenden Gäste aufzuschließen, endete jäh. Zwei große scharfkantige Löcher im Asphalt verursachten in einer Sekunde durch zwei gleichzeitig stattfindende Reifenplatzer den sofortigen Stillstand unseres Fahrzeugs. Die Luft war raus. Wir wären auf diesem unwegsamen Straßenabschnitt hängen geblieben, hätten nicht aufmerksame Freunde im vor uns fahrenden Auto die Situation erfasst, umgedreht und mit angepackt. In feierlicher Festkleidung, ohne Zaudern und Zögern, wurden beide Reifen durch Reserveräder getauscht und so erreichten wir den Festbeginn nur mit knapper Verspätung.

Unterschiedliche Folgen
Nicht immer sind die Auswirkungen derart drastisch, aber die vier Worte «die Luft ist raus» haben stets eine behindernde, lähmende und unleidliche Lebensrealität zur Folge: Es fehlt der Schwung, vielleicht auch die Energie, es mangelt an Motivation und zündenden Ideen. Wenn die Luft raus ist, steht die Lebensampel auf Rot. «Die Luft ist raus» passiert bei: >Auto- oder Fahrradreifen; in Beziehungen; am Ende eines Schuljahres oder im Studium; im persönlichen Wohlbefinden; bei beeinträchtigter Gesundheit; am Arbeitsplatz bei Über- oder Unterforderung; bei Ängsten und Kontrollverlust; …

Wenn wir – um beim Beispiel der Autofahrt zu bleiben – einen Reifenplatzer erleben, herrscht von einer Sekunde zur anderen Stillstand. Da brauchen wir gar nicht viel überlegen, sondern fühlen uns augenblicklich hilflos und handlungsunfähig. Aber es gibt weit drastischere Ursachen, die uns die Luft nehmen, wie beispielsweise schwere Schicksalsschläge. Meist schleicht sich der vermeintliche Notstand aber schrittweise, beinahe unmerklich an, sodass uns nur nach und nach die Luft ausgeht.

 

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