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Hoffnung säen!
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Vertrauen
Hoffnung säen!

Dr. med. Ruedi Brodbeck
Facharzt, Psychosomatiker und Theologe

Neulich sprang mir auf der Webseite des Schweizer Fernsehens srf.ch eine Aussage der preisgekrönten Autorin und neu ins Europäische Parlament gewählten, schweizerisch-deutschen Doppelbürgerin Sibylle Berg in die Augen: «Wir müssen Hoffnung säen. Panik bringt nichts.» Sie möchte EU-Fördergelder in Hoffnungsprojekte investieren.

Auf der gleichen Seite lese ich, dass unmittelbar, nachdem die Schweizer Stimmbürger zwei Initiativen zur Senkung der Kosten des Gesundheitswesens an der Urne deutlich abgelehnt haben, eine weitere Initiative mit einem bereits mehrfach abgelehnten Anliegen erneut lanciert werden soll.

Schweizer Sorgenbarometer
Gemäß der letzten Auflage des Schweizerischen Sorgenbarometers stehen Fragen im Zusammenhang mit Gesundheit und deren Kosten tatsächlich an oberster Stelle. Seit über 30 Jahren bin ich in eigener Praxis tätig und habe dies auch mitbekommen. Die Kosten nahmen stetig zu, aber auch die Behandlungsmöglichkeiten und – damit in Verbindung stehend – auch die erbrachten Leistungen. Früher tödliche Erkrankungen zeigen heute oft einen chronischen Verlauf oder können gar geheilt werden. Dies trägt zu einer höheren Lebenserwartung und zu einer besseren Lebensqualität bei. Ich habe mich längst daran gewöhnt, dass dies in der öffentlichen Diskussion meist ebenso verschwiegen wird wie die Tatsache, dass Hausärzten seit Jahrzenten kein Teuerungsausgleich gewährt wurde, obschon doch auch bei ihnen die Kosten gestiegen sind. Könnte diese Einseitigkeit der öffentlichen Wahrnehmung mit dazu beitragen, dass die Versorgung mit Hausärzten immer kritischer wird, was sich längerfristig sowohl auf die Qualität als auch die Kosten negativ auswirken wird? Haben Sie noch Hoffnung, dass die Politik hier rechtzeitig tragfähige Lösungen finden wird?

«Sprechzimmer zur Hoffnung»
Im Gegensatz zum Sorgenbarometer sind im Sprechzimmer die Kosten selten ein Thema, und wenn doch, dann sind sie kein Grund für Hoffnungslosigkeit. Das Säen von Hoffnung wird jedoch auch im Sprechzimmer großgeschrieben. Wie wichtig Hoffnung für unser Leben und unsere Lebensqualität ist, kann hier, wie wohl kaum woanders, erlebt werden. Hoffnung ist eine wichtige Bewältigungsstrategie für Menschen, die sich in schwierigen Situationen befinden. Unsere persönlichen Lebensbedingungen (Gesundheitszustand, Wohnsituation, Beziehungen und Konflikte, Erziehungsaufgaben, berufliche Karriere, Sorgen wegen Angehörigen etc.) mögen unterschiedlich sein; von den aktuellen globalen Krisen (Kriege, Klimaveränderungen, Ungleichheiten, Migration etc.) bleibt niemand verschont. Auch bei diesen Fragen fehlt es bei vielen Menschen an Hoffnung. Werden wir diese Probleme noch in den Griff bekommen? Werden wir hier die richtigen Weichen stellen? und neu ins Europäische Parlament gewählten, schweizerisch-deutschen Doppelbürgerin Sibylle Berg in die Augen: «Wir müssen Hoffnung säen. Panik bringt nichts.» Sie möchte EU-Fördergelder in Hoffnungsprojekte investieren.

 

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