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Glaube – Vertrauen – Gesundheit: Geht das zusammen?
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Vertrauen
Glaube – Vertrauen – Gesundheit: Geht das zusammen?

Ein persönliches Zeugnis

Dr. med. Karl-Heinz Müller
Facharzt für Innere Medizin: Geriatrie Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation: Chirotherapie, Naturheilverfahren

Ich glaube nur, was ich sehe ...
Ich wuchs in einer christlichen Familie auf. Schon in meiner Kindheit faszinierten mich die Geschichten der Bibel, und so wuchs in mir der Glaube an einen persönlichen Gott. Dadurch habe ich mich schon früh veranlasst gesehen, den christlichen Glauben in der Schule und später auch an der Uni zu verteidigen. Dort wurde ich mit Aussagen konfrontiert wie: «Ich glaube nur das, was ich sehe, darum glaube ich, dass ein Pfund Hühnerfleisch eine gute Hühnersuppe gibt.» Oder: «Wie kann man daran glauben, dass diese Erde von einem Gott geschaffen wurde»? Ich wurde als Außenseiter angesehen. Waren meine Ansichten, mein Glaube falsch? Ich hinterfragte mich ernstlich. Die Aussage «Ich glaube nur das, was ich sehe», ist natürlich zu kurz gegriffen – wie viele Dinge kann ich nicht sehen und doch ist jeder überzeugt davon, dass es diese Dinge gibt. Nehmen wir zum Beispiel elektrischen Strom, Atomkraft, das Gehirn. Okay, ich gebe zu: Letzteres kann man durch bildgebende Verfahren sichtbar machen, auch die Auswirkungen des elektrischen Stroms und der Atomkraft kann man sehen. Aber es gibt auch viele Dinge in unserem Leben, die wir einfach glauben müssen, im Sinne von «für wahr halten». Denken wir nur an die zahlreichen Forschungsergebnisse und genialen Erfindungen der Menschheit!

Medizin und Glaube
Während des Studiums musste ich «einfach nur glauben» beziehungsweise darauf vertrauen, dass die medizinischen Lehren der Wahrheit entsprechen. Mir blieb einfach nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen und dann entsprechend diesem Vertrauen zu handeln. Ich erinnere mich noch gut an den Pharmakologie-Unterricht. Dabei lernten wir die Wirkungen, aber auch die Nebenwirkungen der Medikamente kennen. In einer dieser Pharmakologie-Vorlesungen stellte uns der Professor die heftigen Nebenwirkungen eines sehr bekannten und auch vielfach genutzten Medikaments auf einer Folie vor. Daraufhin diskutierten wir Studenten eine Weile und empörten uns darüber, dass dieses Medikament überhaupt noch auf dem Markt sei. Nach einer Weile zeigte der Professor eine weitere Folie neben der vorherigen, darauf wurden die Placebo-Wirkungen dieses Medikaments aufgeführt, die sich in einer Vergleichsstudie mit dem Medikament und einer Scheinbehandlung (Zuckerpille) nachweisen ließen. Es traten die gleichen Nebenwirkungen sowohl beim Medikament selbst als auch beim Placebo auf, was bedeutet, dass die Nebenwirkungen des Medikaments nur Placeboeffekte waren. Und nebenbei bemerkt: Placebo wirken nicht! Damit ich dieses Medikament später überhaupt anwenden konnte, musste ich den Studien vertrauen. Ich musste glauben, dass diese Ergebnisse wahr sind, denn es wäre viel zu aufwendig und praxisfern gewesen, alles zu überprüfen.

 

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